Heute musste ich per Bahn nach Osnabrück, um mein bei der Firma Reno “geliehenes” Auto zurück zu geben. Genau genommen stand das Gefährt schon seit gestern Nachmittag dort, weil ich es nicht mehr selbst zurück zu seinem rechtmäßigen Halter fahren wollte und diese Aufgabe zum Glück abgeben konnte.

Ich nahm um 7:19 die Regionalbahn von Haltern am See nach Münster und von dort die Westfalenbahn nach Osnabrück. Das klappte sogar erstaunlicherweise alles wie am Schnürchen. Gerade die Regionalbahn scheint wohl an anderen Tagen chronisch verspätet zu sein, wie ich von anderen Fahrgästen vernehmen konnte.

Da ich Osnabrück relativ früh erreichte, stieg ich nicht in einen Bus sondern machte mich zu Fuß auf den Weg zu Reno. Die gut 4 km legte ich in etwa 50 Minuten zurück, und dank Google Maps war die Orientierung kein Problem. Die Rückgabe des Wagens verlief auch reibungslos, wobei ich mir aufgrund der Sachlage etwas seltsam vorkam und froh war dass sich das Prozedere nicht zu sehr in die Länge zog. Eine Botenfahrerin brachte mich zurück zum Hauptbahnhof und war beauftragt mir dort ein Zugticket nach Düsseldorf zu kaufen. Ich steuerte erst einmal zielstrebig einen Automaten an und suchte dort die nächstbeste Verbindung heraus (um 10:37 per IC für 37 Euro). Da die Fahrerin aber mit Bargeld zahlen wollte, kamen mir Zweifel ob der Automat in dem Fall eine Quittung ausgespuckt hätte, die nun mal für die Abrechnung nötig war. Also gingen wir sicherheitshalber ins Reisezentrum zum Schalter. Der Bahn-Mitarbeiter bot mir die gleiche Verbindung wie der Automat an, allerdings für 34 Euro. Auf meine Bemerkung hin, warum die Fahrkarte nun am Schalter billiger sei, meinte er das könne gar nicht sein. Nun gut, mir war es im Grunde egal, die Fahrerin bekam ihre Quittung, und wir gingen getrennter Wege.

Bis zur planmäßigen Abfahrt des Zugs war es noch eine Weile, doch ich ging schon mal zum Bahnsteig. Dort erschien der IC 2113 bereits auf dem Display… mit 40 Minuten Verspätung. Ich machte auf dem Absatz kehrt und ging wieder zurück in die Halle. Auf der großen Anzeigetafel wurden alle Züge als pünktlich gelistet, außer dem IC 2113 von Hamburg nach Stuttgart. Eigentlich wunderte mich das nicht, denn diese äußerst problemanfällige Zugverbindung ist mir noch von früher bekannt. Und besonders eilig nach Düsseldorf zu kommen hatte ich es auch nicht. Also marschierte ich noch ein bisschen durch die Osnabrücker Innenstadt. Die Fußgängerzone ist wirklich ganz hübsch und sauber. Sie scheint auch gerade kürzlich renoviert worden zu sein.
Auf dem Weg zurück zum Bahnhof checkte ich noch einmal online die aktuellen Abfahrtszeiten, und nun sollte meine Zug schon 50 Minuten verspätet sein. Auf der Tafel in der Bahnhofshalle waren es dann noch 45 Minuten. Ich nahm es ausnahmsweise mal gelassen und hegte insgeheim schon die Hoffnung auf eine Entschädigung von der Bahn aufgrund von mehr als 60 Minuten Verspätung. Der Zug rollte schließlich ein und fuhr ca. 50 Minuten verspätet ab. Es war nicht leicht einen freien Sitzplatz zu finden. In einem der hinteren, alten Waggons hatte ich dann aber “Glück”.

Anzeigetafel in Osnabrück Hbf

Ich wollte die Fahrtzeit mit Musikhören überbrücken, was angesichts eines ziemlich lauten Kindes im selben Großraumabteil noch einen anderen positiven Effekt gehabt hätte. Leider stellte sich heraus dass mein neues Android-Smartphone bei jedem Starten der Musik-App abstürzte und sich zum Teil erst nach einem harten Neustart (Akku raus) wieder reanimieren ließ. Juhuuu! Lethargisch in die Luft zu starren und unter der Geräuschkulisse des hyperaktiven Kindes Aggressionen anzustauen kam nicht in Frage. Als Alternative blieb mir das Verfassen eines neuen Blog-Eintrags auf dem Smartphone. Kurz vor Bochum war leider der Akku leer. Das kleine Mädchen wechselte sein Verhalten vorübergehend von nervig auf amüsant, als es anfing mit dem Handy seiner Mutter Telefonate zu simulieren. Leider hielt dieser Zustand nicht allzu lange an.

Der Zug erreichte Düsseldorf mit immerhin noch 45 Minuten Verspätung. Als Begründung wurde übrigens ein defekter Triebwagen am Startbahnhof Hamburg-Altona genannt. Der IC 2113 endete heute außerplanmäßig in Köln.

Auf der Arbeit angekommen konnte ich erstmal Pause machen, weil ich den halben Tag frei genommen hatte und daher erst um kurz nach 14 Uhr anfangen musste.

Der heutige Tag markiert das Ende einer kurzen Ära, die mich einiges an Geld und Nerven gekostet hat. Das Geld bekomme ich nicht zurück, meine Nerven werden sich hoffentlich erholen.

Gepostet von niko, abgelegt unter Allgemeines. Datum: 30. November 2009, 22:37 | 1 Kommentar »

10  Apr
Mal wieder Bahn

Ach ja, die Tradition lässt mich nicht los… Der nikoblog entwickelt sich so langsam doch wieder zu einem reinen Bahn-Blog.

Heute war es aber wirklich wieder ungewöhnlich – in mehreren Beziehungen. Einerseits bin ich an diesem Tag wesentlich mehr Bahn gefahren als im Durchschnitt, andererseits kam es dabei (wie könnte es anders sein) zu Vorkommnissen.

Eigentlich ist es bei dem frühlingshaften Wetter eine Schande mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu fahren, wenn man ein Fahrrad besitzt. Doch da meines derzeit vorübergehend außer Betrieb ist, blieb mir heute nichts anderes übrig. Ich wollte etwas früher als sonst auf der Arbeit sein und war extra deshalb zeitiger aufgestanden. Um 8:14 sollte eine S-Bahn zum Hauptbahnhof fahren, also begab ich mich rechtzeitig dafür zum Bahnhof. Dort stand bereits ein Zug der Linie S11 (die ich nehmen wollte) auf dem Gleis, also beeilte ich mich etwas. Als ich eingestiegen war, schlossen sich kurz darauf alle Türen und es ertönte eine Durchsage, dieser Zug würde erst um 8:34 abfahren. Da ich wusste, dass es vorher noch zwei weitere Fahrtmöglichkeiten geben würde, wollte ich wieder aussteigen. Jedoch ließ sich die Tür an der ich stand nicht öffnen… Und auch die nächste nicht. Die wenigen anderen Menschen im Zug schien das alles nicht sonderlich zu interessieren. Ich habe allerdings ein massives Problem damit, gegen meinen Willen eingesperrt zu sein. Also probierte ich nach einander alle anderen Türen, bis ich am anderen Ende des Wagens angekommen war. Doch dort befand sich kein Zugführer, zumal der Zug noch einen vorderen Teil besaß. Scheiß Situation. Doch mir fiel eine Sprechanlage neben einer der Türen auf. Nach kurzem Zögern drückte ich den Knopf, worauf ein ‘Warten’-Lämpchen aufleuchtete… Und dann meldete sich tatsächlich die Stimme, die kurz zuvor die Durchsage gemacht hatte. Ich sagte das Folgende: ‘Hallo? Können Sie bitte hinten die Türen freigeben? Wir sind hier eingesperrt.’ Die Antwort war ein leicht patziges ‘Kann ich machen.’ Der Knopf an der Tür begann grün zu leuchten, und sie ließ sich öffnen. Wieder auf dem Bahnsteig ertönte prompt die Ansage, die S-Bahn um 8:24 habe 10 Minuten Verspätung. Was will man mehr… Zum Glück gab es noch die RegioBahn, die beinahe pünktlich war – also nur ca. 3 Minuten verspätet. Im Zug wurden Tageszeitungen und Schokohäschen verteilt, was meine Laune etwas verbesserte. Für den Anschluss am Hbf um 8:35 reichte es natürlich nicht mehr. Und da bekanntermaßen um 8:40 keine S-Bahn fährt, erreichte ich erst um ca. 8:50 das Firmengebäude. Somit hatte der Weg zur Arbeit rekordverdächtige 40 Minuten gedauert. Die gut 15 Minuten, die ich mit dem Fahrrad dafür benötige, sollte man sich an dieser Stelle wieder einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Nachmittags lief es etwas besser. Ich musste kurz nach Hause, um eine Paketlieferung anzunehmen. Als der Fahrer anrief, wollte er eine halbe Stunde später da sein. Mir kam diese Zeitvorgabe recht knapp vor, doch ich gelangte relativ schnell zum Hauptbahnhof und erwischte dort noch eine verspätete RegioBahn, was einiges an Zeit sparte. Auf dem Rückweg hatte ich ähnliches Glück, da gerade sämtliche S-Bahnen verspätet waren, und ich sie sonst verpasst hätte. Die ganze Aktion dauerte so inklusive Wartezeiten und Fußweg vom Hbf zurück zur Arbeit mit kurzem Besuch in einer Apotheke nur etwa eineinviertel Stunden.

Das große Fiasko kam erst Abends. Ich wollte die gewohnte Verbindung nach Betzdorf nutzen (diesmal ohne Zwischenstopp in Langenfeld oder Solingen). Am Hbf wurden für den Regionalexpress nach Aachen 10 Minuten Verspätung durchgesagt, was kurz darauf auf 15 Minuten korrigiert wurde – Begründung: ‘Personen im Gleis im Raum Essen’. Allerdings fuhr zwischendurch ein Intercity nach Köln ein, der kurzerhand für Nahverkehrstickets freigegeben wurde. Also stieg ich dort ein und freute mich, am Kölner Hbf genug Zeit zum Umsteigen zu haben. Zu früh gefreut! Auf der neuralgischen Hohenzollernbrücke – also unmittelbar vor dem Bahnhof – blieb der IC für mehrere Minuten stehen, aufgrund ‘kreuzender Züge’. Es wurde durchgesagt, dass trotzdem alle Anschlüsse erreicht würden. Das beruhigte mich etwas, da es nun eigentlich zu spät fur den meinen war. Das Aussteigen war etwas langwierig, doch ich beeilte mich so gut es ging zu dem anderen Bahnsteig zu gelangen. Dort war mein Anschlusszug auf der Tafel nicht mehr aufgeführt, und ich konnte ihn nur noch gerade eben um die Kurve verschwinden sehen. Mir wurde sofort heiß und kalt, und ich hätte mal wieder am liebsten den ganzen verdammten Bahnhof in die Luft gesprengt. Nach etwas sinnlosem Herumirren versuchte ich noch die S-Bahn nach Au/Sieg zu erreichen, doch auch die fuhr mir vor der Nase weg.  Wäre in jenem Moment irgend ein Zug wieder nach Düsseldorf gefahren, hätte ich ihn wohl genutzt. Aber auch das war nicht der Fall. So verließ ich den Bahnhof, setzte ich mich auf eine Bank auf der Domplatte und schrieb mir meinen Frust von der Seele. Der nächste Regionalexpress nach Gießen (über Betzdorf) stand schon sehr früh am Bahnsteig bereit, fuhr aber ca. 5 Minuten zu spät ab – wie sollte es auch sonst sein…? Die restliche Fahrt war nur mit lauter Musik zu erstragen. Um 22:40 war ich schließlich in Betzdorf.

In diesem Sinne… Frohe Ostern!

Gepostet von niko, abgelegt unter Allgemeines. Datum: 10. April 2009, 0:21 | Kein Kommentar »

Statt mich wie an anderen Freitagen morgens um 9 im Büro einzufinden, hatte ich um diese Uhrzeit ein Rendezvous mit meinem Kieferchirurgen… rein geschäftlich, versteht sich. Er hatte das Vergnügen mir meine beiden noch verbliebenen “8er” (zu deutsch: Weisheitszähne) zu entfernen. Vor ein paar Wochen war bereits die linke Seite abgehandelt worden, und heute war die rechte dran.
Gestern hatte ich deshalb eine kurze telefonische Auseinandersetzung mit der Assistenz-Uschi meines Zahnarztes. Da gerade ein neues Quartal angefangen hat, wollte ich es vermeiden aus Gründen schlechter Praxis-Organisation die obligatorischen 10 Euro wieder doppelt zahlen zu müssen. Mir scheint dass sehr viele Patienten das tun, weil sie das System nicht verstanden haben und immer wieder vergessen sich Überweisungen zu besorgen. Wahrscheinlich war auch das der Grund warum die junge Dame im ersten Moment so perplex war. Eine neue Überweisung fürs neue Quartal?? Aber man könne die Gebühr doch auch direkt beim Kieferchirurgen bezahlen. Na sicher kann man das! Aber wenn man im selben Quartal wieder zum Zahnarzt muss, werden dort wieder freundlich 10 Euro verlangt… es sei denn man hat sich eine Überweisung dort hin “zurück” besorgt. Irgendwie scheine ich diese Problematik ausreichend eingängig vermittelt zu haben, oder die Assistentin wollte sich einfach nicht auf eine Diskussion einlassen. Zum Glück liegen die beiden Praxen nicht weit auseinander, und so konnte ich heute morgen zunächst beim Zahnarzt vorbei schauen, mir für einen Zehner die Überweisung ausstellen lassen und damit zum Chirurgen dackeln, wo man sichtlich erfreut war dass mal ein Patient mitgedacht hatte.
Der Eingriff war relativ kurz und schmerzhaft, aber im Anschluss wurde mir versichert, wenn alle Patienten so wie ich wären hätten die Zahnmediziner einen wesentlich leichteren Job. Muss man um die Erwartungen zu erfüllen in Tränen oder Schreikrämpfen ausbrechen, sobald der Arzt die Zange ansetzt? Also meiner Meinung nach tut man ihm und sich selbst einen großen Gefallen wenn man so ruhig wie möglich bleibt, versucht an etwas anderes zu denken und die Sache einfach durchsteht. Dann geht alles schneller und die Chancen sind größer dass ein saubereres Ergebnis dabei heraus kommt.

Gepostet von niko, abgelegt unter Allgemeines. Datum: 11. Juli 2008, 15:07 | Kein Kommentar »