Zum Glück kommt es nicht mehr allzu oft vor, dass ich (außer für meinen Weg zur Arbeit) den öffentlichen Nahverkehr nutze. Nebenbei bemerkt: Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist für mich im Prinzip gar kein Thema mehr (da unrentabel)! Da ich aber nun doch nach längerer Abstinenz wieder ein Wochenende im Westerwald verbringen wollte, war es nötig die Dienste des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen in Anspruch zu nehmen. Nach wie vor bin ich im Besitz eines Ticket2000 des VRR (welches ich momentan nicht missen möchte). Für Fahrten nach oder über Köln – also auch nach Betzdorf – hatte ich mir bislang immer 4er-Tickets des VRS besorgt, die jeweils ab/bis Langenfeld gültig sind und mir in Verbindung mit dem VRR-Abo durchgehende Fahrten von/nach Düsseldorf ermöglichen. Ein Problem dabei war schon bisher immer gewesen, dass reine VRS-Tickets nur an Bahnhöfen des VRS-Verbundgebiets verfügbar sind. Aus diesem Grund hatte ich bereits mehrmals auf der Fahrt von Düsseldorf nach Betzdorf einen Zwischenstopp in Langenfeld eingelegt, um mir dort am Automaten ein 4er-Ticket zu kaufen.
So hatte ich es auch letzten Freitag wieder geplant und stieg nach Feierabend in die S6 ein, die auch in Langenfeld hält. Mein Ticket2000 ist an Werktagen erst ab 19 Uhr außerhalb von Düsseldorf gültig, allerdings sehe ich es nicht ein, für ca. 2 km Fahrtstrecke zwischen D-Hellerhof und Langenfeld-Berghausen ein Zusatzticket für €2,30 zu kaufen. Ich stieg allerdings gleich in Berghausen aus, um die geringe Wahrscheinlichkeit in eine Kontrolle zu geraten nicht mehr als nötig herauszufordern. Der Fahrkartenautomat am Bahnsteig irritierte mich schon beim ersten Anblick leicht, da er lediglich einen VRR- und keinen VRS-Aufkleber hatte. Das Display jedoch versprach auf dem Button oben rechts Tickets zum VRR- und VRS-Tarif. Nach Tippen darauf war aber wiederum kein Hinweis auf den VRS auszmachen. Ich hatte lediglich die Möglichkeit eine VRR-Preisstufe oder ein Fahrtziel auszuwählen. Also tippte ich auf Fahrtziel und danach auf B und E (für Betzdorf). Prompt erschienen ein paar Orte zur Auswahl, unter denen sich aber leider nicht Betzdorf befand! Auch ein erneuter Versuch führte zum gleichen Ergebnis. Leicht verwirrt kam ich zur Vermutung, dass Berghausen wohl noch außerhalb des VRS-Gebiets liegen müsse und ärgerte mich über mein zu frühes Aussteigen. Was blieb mir anderes als mich zu Fuß in Bewegung zu setzen und zum Bahnhof Langenfeld zu wandern. Das dauerte etwas über 20 Minuten, und die nächste S-Bahn war gerade abgefahren als ich angelangte. Die dortigen Automaten boten das exakt gleiche Bild, und ich begann mich zu fragen ob die Verbundgrenze heimlich verschoben worden war. Da ich keine Möglichkeit sah an mein gewünschtes Ticket nach Betzdorf zu kommen (einen Schalter gibt es am Langenfelder Bahnhof nicht), blieb mir nichts anderes übrig als erst einmal wieder mit der nächsten S-Bahn zurück nach Düsseldorf zu fahren.
Dort begab ich mich unmittelbar ins Reisezentrum am Hauptbahnhof, um zu versuchen etwas Klarheit zu gewinnen. Der Kundenberater verstand mein Anliegen, wusste aber nichts davon dass es in Langenfeld keine VRS-Fahrkarten gäbe. Er versicherte mir, dass dies definitiv in Solingen möglich sei. Ein Bahnticket nach Betzdorf hätte er mir für ca. den doppelten Preis des aktuellen VRS-Tarifs verkaufen können, was ich selbstverständlich ablehnte.
Mir fiel die ‘Schlaue Nummer’ ein, die man jederzeit anrufen kann, wenn es um Fragen des Nahverkehrs in NRW geht. Also versuchte ich es dort einmal mit der konkreten Frage, ob es in Solingen VRS-Tickets an den Automaten gäbe. Das wurde von dem freundlichen Mann am anderen Ende heftig bejaht, also stellte ich die Frage noch einmal für Langenfeld… und bekam die gleiche Antwort. Er versicherte mir sogar, selbst in Düsseldorf sei das an bestimmten Automaten möglich. Eine wirkliche Hilfe war der Anruf im Nachhinein nicht, aber ich bedankte mich und schlug vor dass das Problem ja mal intern weiter kommuniziert werden könnte. Ich nahm mir kurz einen der beschriebenen Automaten vor, kam damit aber nicht weiter als mit allen anderen.
Also besorgte ich mir sicherheitshalber ein Zusatzticket sowie einen Fahrplan nach Betzdorf via Solingen am Automaten und stieg in die nächste S7 ein.  Am Solinger Hauptbahnhof angekommen, suchte ich natürlich sofort einen Ticket-Automaten… und bekam dort wieder exakt das gleiche Bild präsentiert wie überall – kein Hinweis auf irgendwelche VRS-Tickets. Auch wenn Solingen nur einen kleinen Hauptbahnhof besitzt, gibt es dort zumindest einen Info-Schalter, der glücklicherweise auch besetzt war. Der Bahn-Mitarbeiter hörte ziemlich ungläubig meinen Erklärungen zu und stellte dann sogar die sarkastische Frage, ob ich mit Computern umgehen könne! Doch dann verließ er tatsächlich seine Kabine und geleitete mich zu einem der Automaten. Er tippte zunächst zielstrebig auf den VRR/VRS-Button und dann auf Fahrtziel. Beim Versuch Betzdorf auszuwählen hatte er natürlich ebenso wenig Glück wie ich bereits zuvor… und musste sich doch deutlich wundern. Warum denn Betzdorf nicht zur Auswahl stehe, obwohl es doch eindeutig im VRS-Gebiet liege. Er versuchte es mit Köln, aber das war natürlich die falsche Preisstufe. Ich schlug Siegen vor, aber auch das war nicht verfügbar. Es wurde aber Siegburg angeboten, und nach einem Tippen darauf erschien tatsächlich die Preisstufe 5, die ich für eine Fahrt nach Betzdorf benötigte! Und auch ein 4er-Ticket stand zur Auswahl! Der Bahn-Mensch schien ein wenig sprachlos, aber ich bedankte mich für seine Mithilfe beim Herausfinden dieses unlogischen ‘Tricks’.
Was soll man nun davon halten? Ich hatte vorübergehend die Theorie, dass es mit dem ‘NRW-Tarif’ zu tun haben könnte. Sprich: Die Bahn ließe bewusst bei den Verbund-Tickets Orte außen vor, die sich weiter weg befinden, um die Fahrgäste zu deutlich teureren Fahrpreisen zu ‘zwingen’. Aber so weit ich mich erinnern kann sind Fahrkarten für Verbindungen innerhalb eines Verkehrsverbunds auch am Automaten prinzipiell nur zum Verbund-Tarif zu bekommen, selbst wenn man es über den überregionalen Bereich versucht. Das werde ich beizeiten nochmal überprüfen. Auf jeden Fall werde ich versuchen Kontakt zum VRS aufzunehmen und das Problem detailliert schildern. Bin gespannt was man dort als Begründung angibt, dass einige Orte im Verbundgebiet nicht in den Automaten auftauchen.

Edit:
Die folgende Email-Antwort erhielt ich auf meine Anfrage hin von der “Schlauen Nummer” des VRS:

…wir haben eben von der DB RegioAG mitgeteilt bekommen, dass aufgrund einer neuen Zuordnung (Solingen = räumlich VRR) das Ziel Betzdorf an diesen Automaten als VRS-Zielort fehlt.
Aufgrund Ihrer Beschwerde – Danke für den Hinweis – wird sie eine neue Zwischenmaske entwickeln, um damit auch den kompletten VRS wieder abbilden zu können. Damit sind einige Ziele, die jetzt fehlen, wieder in der Auswahlliste der VRS-Zielorte. Leider benötigt Sie hierfür einen gewissen Zeitbedarf, bitte haben Sie etwas Geduld.
Mit freundlichen Grüßen…

Gepostet von niko, abgelegt unter Online, Verkehr. Datum: 30. März 2009, 20:39 | Kein Kommentar »

14  Nov
Mal wieder Bahn

Ach, um der alten Zeiten Willen nehme ich heute mal ein gewohntes Brauchtum auf, das bis vor siebeneinhalb Monaten Teil meines Alltags war: Abends im Zug sitzen und Blog schreiben. Die Zeiten haben sich geändert, und ich fahre nur noch vergleichsweise selten Bahn. Und so gut wie gar nicht mehr Intercity oder ICE. Jetzt bin ich auf dem Weg von Düsseldorf nach Betzdorf und sitze in einem Regionalexpress (‘Express’ ist natürlich Teil der altbekannten Mehdornschen Ironie). Mit meinem VRR-Ticket2000 Preisstufe A2 darf ich abends bis zur Verbundgrenze – in dem Fall Langenfeld – fahren. Glücklicherweise lässt sich dieses Ticket mit Fahrscheinen des VRS kombinieren, die wiederum ab Langenfeld gültig sind. Und mir wurde von der Deutschen Bahn sowie vom VRS zugesichert, dass man VRS-4er-Tickets bereits in Düsseldorf entwerten kann (da Regionalzüge nun mal nicht in Langenfeld halten).
Irgendwie fühlt man sich wirklich dazu verleitet, ein solches 4er-Ticket öfter als 4x zu verwenden. Gerade eben war wieder Fahrkartenkontrolle, und schon wieder wurde nur ein kurzer Blick auf den kleinen Papierfetzen geworfen, der mich über 30 Tacken gekostet hat, ohne Prüfung der Entwertungsstempel. Ich frage mich ernsthaft wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Zugbegleiter es tatsächlich mal genauer nimmt. Vielleicht hat da jemand hilfreiche Erfahrungen…?
Heute kam es mal wieder zu einem typischen Köln-Zwischenfall. Ich hatte schon fast vergessen, wie neuralgisch der Bahnverkehr in dieser Stadt ist. Da ich weiß wie voll der Regionalexpress nach Siegen am Freitag Abend in Köln wird, steige ich lieber schon am Hauptbahnhof zu und nicht erst in Deutz… Auch wenn das bedeutet, zwei mal den Flaschenhals namens Hohenzollernbrücke überqueren zu müssen, wenn man von D.dorf kommt. In Deutz hatte mein Zug etwas über 5 Min Verspätung. Ich stand schon am Ausgang und war mit mir am ringen ob ich aussteigen oder noch bis zum Hbf weiter fahren sollte. Da es zeitlich zu klappen schien, blieb ich im Zug stehen und bangte, er möge die paar hundert Meter ohne weitere Verzögerungen zurück legen. Es sah auch gut aus. Bis auf die andere Seite der Brücke schaffte er es… und blieb dann unmittelbar vor dem Hbf über 5 Min lang stehen. Die Abfahrtszeit meines Anschlusszugs verstrich, und ich stellte mich schon auf eine Stunde sinnloses Herumlaufen um den Dom ein. Bei der Einfahrt in den Bahnhof sah ich den roten Doppeldecker nach Siegen aber noch auf seinem Gleis stehen. Also kämpfte ich mich nach dem Aussteigen ohne Rücksicht auf Verluste durch die Menschenmassen, schubste jeden der mir im Weg stand brutal zur Seite und rannte 4 Bahnsteige weiter, wo der Zug wundersamerweise noch stand! Und als ich auf den Knopf an einer der Türen drückte, ging diese auf!! Und als ich (wahrscheinlich als letzter) im Zug war, fand ich sogar einen Sitzplatz!!! Mein Pensum an Glück für den heutigen Tag dürfte nun aufgebraucht sein. Zum Glück ist er bald vorbei.
Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass der Zug vor 6 Min in Betzdorf sein sollte, und er ist eben erst in Wissen abgefahren. Naja egal – besser 10-15 Minuten zu spät als eine Stunde…

Gepostet von niko, abgelegt unter Verkehr. Datum: 14. November 2008, 23:24 | Kein Kommentar »

10  Nov
Rheinbahn TODAY

An dieser Stelle möchte ich noch einmal an meinen ersten Blog erinnern, in dem ich meine täglichen Erlebnisse mit der Deutschen Bahn auf dem Weg zur Arbeit und zurück schilderte. Mit meinem Umzug nach Düsseldorf wurde dieser Blog stillgelegt, da der Grund seines Bestehens damit weg gefallen war. Und das gerade zu einem Zeitpunkt als er anfing eine gewisse Beliebtheit zu gewinnen… Mir wurde vorgeschlagen, einen neuen Blog über den D.dorfer Stadtverkehr zu starten. Das hat sich allerdings bisher nie gelohnt, zumal ich mir auch ein Fahrrad zugelegt habe, mit dem sich die Strecke zur Arbeit und zurück in weniger Zeit zurück legen lässt als mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Seit Anfang des Monats bin ich allerdings stolzer Besitzer eines “Ticket2000″ des regionalen Verkehrsverbunds VRR. Da ich über meinen Arbeitgeber einen ordentlichen Rabatt auf die Abo-Gebühr bei der Rheinbahn (dem Betreiber in D.dorf und Umgebung) bekomme, wollte ich dieses Angebot nicht ausschlagen. Und gerade jetzt, wo die kalte Jahreszeit unwiderruflich begonnen hat, ist es auch eigentlich nicht verkehrt ein solches Ticket zu besitzen, um bei Bedarf in Bussen und Bahnen mitfahren zu können.

Seit ein paar Tagen nutze ich nun manchmal eine städtische Buslinie, um zur Arbeit zu gelangen. Laut Fahrplan soll die Fahrtzeit 21-22 Minuten betragen. Leider kann man mit dieser Angabe nicht kalkulieren. Morgens hat der Bus prinzipiell Verspätung und benötigt wegen des Berufsverkehrs wesentlich mehr Zeit. Einmal kam er bisher gar nicht, und ich musste 20 Minuten lang auf den nächsten warten. Als ich letzte Woche einmal eine andere Strecke mit dem Bus fahren wollte kam dieser 3 Minuten zu früh, weil der Fahrer Zeit gewinnen wollte um an einer späteren Haltestelle eine ausgedehnte Zigarettenpause einlegen zu können.

Heute brauchte ich fast eine ganze Stunde, um von der Arbeit nach Hause zu gelangen. Bevor ich Feierabend machte, checkte ich noch einmal kurz die Website des VRR, und dort wurde der Bus als pünktlich angezeigt. Also hetzte ich zur Haltestelle und stellte fest dass er dort nicht auf der Anzeigetafel zu sehen war. Was auch korrekt war, denn er kam nicht. Ich wartete ca. 10 Minuten auf die nächste Straßenbahnlinie in meinen Stadtteil. Die Bahn war auch nicht allzu voll und die Fahrt recht angenehm. Bis auf einmal die Anzeige wechselte und ein “E” erschien. Wer regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel in Städten benutzt, weiß dass dies ein schlechtes Zeichen ist… Und so endete die Fahrt vier Haltestellen vor dem eigentlichen Zielpunkt. Was blieb mir anderes als den restlichen Weg zu Fuß zu gehen? Zwar kam zwischendurch noch ein Bus an mir vorbei, der mich bis fast nach Hause hätte bringen können, doch natürlich befand ich mich in jenem Moment irgendwo zwischen zwei Haltestellen und konnte nicht einsteigen. Zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen.

Nach ein paar Tagen “Test” der Rheinbahn bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass sie einem nur wertvolle Zeit stiehlt. Ich werde also weiterhin wann immer möglich mein Fahrrad für die Fahrten zur Arbeit und zurück benutzen. Damit spare ich nicht nur Zeit, sondern bin flexibler und tue sogar was für die körperliche Fitness. Und die Rheinbahn kann mich mal dort lecken wo keine Sonne scheint!

Gepostet von niko, abgelegt unter Verkehr. Datum: 10. November 2008, 23:35 | Kein Kommentar »

Am vergangenen Wochenende bin ich viel unterwegs gewesen und habe dabei was für meine Kondition getan. Angesichts der anstehenden Reise durch Südwest-Afrika kann ein bisschen Training auch bestimmt nicht schaden. Nachdem die Gelbfieber-Impfung mich für ein paar Tage außer Gefecht gesetzt hatte, tat es außerdem ganz gut sich mal wieder ausgiebig zu bewegen.

Am Freitag wollte ich mir noch einige nützliche Gegenstände fürs Reisegepäck besorgen, an die man hier in Düsseldorf leider nur schwierig kommt. Aber Köln ist ja nicht weit, und dort gibt es den größten Outdoor-Fachmarkt der Nation. Da ich nun keine BahnCard 100 mehr besitze und sich die Anschaffung einer Monatskarte für den VRR momentan für mich nicht lohnt, hätte die einfache Fahrt in die Domstadt satte € 9,30 gekostet. Eine Anmerkung am Rande: Ab Langenfeld-Berghausen – nur einen Steinwurf von der Düsseldorfer Stadtgrenze entfernt – zahlt man bloß € 4,10 (nachzusehen beim VRS-Tarifberater)! Nach Feierabend fühlte ich mich jedenfalls noch fit genug um mir zumindest einen Teil der Ticketkosten zu sparen. Und radelte los in Richtung Köln.

Mein Navi versagte nach weniger als einer dreiviertel Stunde mangels Akkuleistung den Dienst. Aber es wollte mich sowieso sinnloserweise mit der Fähre über den Rhein schicken. Als Orientierung war der Fluss ganz nützlich und hätte das Navigationssystem eigentlich überflüssig gemacht. Es gibt viele Radwege hier in der Gegend, die relativ gut beschildert sind. Leider nicht immer präzise genug, und so nahm ich irgendwo bei Leverkusen einen falschen Weg und bescherte mir einen anstrengenden Umweg. Ein hartnäckiger Krampf in der rechten Wade tat das Übrige. Aber es hätte an der Stelle nur noch wenig Sinn gemacht den nächsten Bahnhof anzusteuern. Und so kämpfte ich mich bis in die Kölner Innenstadt. Auch wenn die letzten 10 km (zum Teil dank des Mistwetters) eher Quälerei waren, erreichte ich das Ziel ohne vorher komplett zusammen zu brechen. Den Weg zurück nach Hause musste ich zum Glück nicht auf die gleiche Art bewältigen. Ca. 40 km Rad fahren ohne Pausen reichten erst mal!

Am Sonntag war das Wetter erstaunlich gut und lud zu Outdoor-Aktivitäten ein. Was lag also für mich näher als wieder auf den Drahtesel zu steigen… Diesmal ohne Ziel und Navi, sondern nur mit einer groben Richtung: Weg von Düsseldorf nach Osten. Dort beginnt sofort das Bergische Land. Wie der Name schon sagt muss man sich dort auf Steigungen einstellen. Nach etwas Kurverei durch Wald und Wiesen erreichte ich Hochdahl und schaffte es erst mal nicht diesen Ort wieder zu verlassen, weil er irgendwie nicht aufhören wollte. Aber ich nahm mir vor zumindest noch Solingen zu erreichen und tat es schließlich auch.
Was für eine sonderbare Stadt! Ich versuchte kramphaft das “Zentrum” zu finden und landete immer wieder an einer Straße, die man ausschließlich mit KFZ befahren darf. Schließlich wurde es mir zu blöd und ich fuhr wieder zurück in den Stadtteil Ohligs, durch den ich vorher schon geradelt war. Es irritierte mich ein wenig dort den Hauptbahnhof vorzufinden, so weit entfernt vom Stadtzentrum. Aber Solingen scheint mir ohnehin eine “andere Sorte” Stadt zu sein als man gewohnt ist.
Zurück ging es über Hilden. Und schon wieder waren es alles in allem mehr als 40 km . Eine gute Strecke für eine Radtour. Eigentlich sollte ich sowas öfter machen. Mal sehen…

Gepostet von niko, abgelegt unter Freizeit, Verkehr. Datum: 15. September 2008, 22:12 | Kein Kommentar »

06  Jul
Open-Air-Sommer

Zur Zeit vergeht ja wirklich kein Wochenende an dem nicht irgendwo in der Gegend größere oder kleinere Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden. Eigentlich ganz nach meinem Geschmack – bin ein echter Fan von Festivals und der gleichen.

Diesmal war die RhEINKULTUR in Bonn und der CSD in Köln. Und wieder mal sollte die Bahn das Transportmittel der Wahl sein. Da wäre es doch ein Wunder gewesen wenn mal alles ohne Komplikationen abgelaufen wäre… Für mich mit meiner BahnCard100 wäre es im Prinzip unproblematisch gewesen. Aber für meinen Freund, der mit von der Partie war, wollten wir ein Angebot des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) nutzen. Hier mal ein Zitat von dessen Website:

Der VRS macht den Besuchern des diesjährigen Christopher Street Day (CSD) ein besonders günstiges Angebot.
Denn, das TagesTicket 1 Person der Preisstufe 4 für 14,40 Euro ist während des CSD drei Tage - ab Freitag, 04. Juli 2008, 14:00 Uhr bis Sonntag, 06. Juli 2008, Betriebsschluss –  im erweiterten VRS-Netz gültig, das heißt auch in den Städten und Gemeinden des Kreises Ahrweilers.
Achtung: Tickets aus den Automaten sind bereits entwertet. Kaufen Sie sich also Ihr TagesTicket am Automaten erst am 04. Juli. Im Vorverkauf erworbene Tickets bitte ebenfalls erst am 04. Juli 2008 entwerten, da das Ticket ansonsten als normales TagesTicket nur einen Tag lang gilt.

Offenbar gab es für den Wortlaut dieses Angebots einen bunten Strauß an Interpretationsmöglichkeiten. Meine Auffassung war, dass Tagestickets für 1 Person der Preisstufe 4 ausnahmsweise an drei Tagen und für beliebig viele Fahrten im gesamten Streckennetz des VRS gültig waren, wenn sie am 4. Juli gekauft oder entwertet worden waren.
Da der Ausgangspunkt der Bahnfahrten Betzdorf an der Sieg sein sollte, fuhren wir am Freitag Abend kurz vor Mitternacht noch an den dortigen Bahnhof um am Automaten ein solches Ticket zu besorgen. Am Samstag Vormittag wollten wir dann von dort aus nach Bonn fahren, erkundigten uns aber vor dem Einsteigen beim Zugpersonal nach dem Sonderangebot. Man wollte davon gehört haben, ging aber davon aus dass die Gültigkeit nicht drei sondern nur einen Tag (dafür aber verbundweit) sei.
In Siegburg stiegen wir aus und wollten uns eine weitere Meinung einholen. Im DB-Reisezentrum sagte man, das Ticket sei zwar an drei Tagen aber nur auf der Strecke zwischen dem Ort des Kaufs und Köln gültig! Das heißt man hätte damit nicht nach Bonn fahren können. Somit nahmen wir erstmal die nächste S-Bahn nach Köln und fragten dort im KVB-Kundencenter ein weiteres mal nach. Und dort teilte man schließlich meine Auffassung! Selbstverständlich könne man an allen drei Tagen im gesamten Verbundgebiet so viel Bahn fahren wie man möchte. Wir bekamen sogar auf Nachfragen hin den Original-Text von der VRS-Website in ausgedruckter Form als Beleg.

Also ab zur Rheinkultur. Es war wohl eine gute Entscheidung nicht den Zug zum Bonner Hbf zu nehmen sondern einen anderen, der in Beuel hielt. Dadurch war zwar ein längerer Fußweg nötig um zum Festivalgelände zu kommen, aber wir ersparten uns total überfüllte Züge. Am Abend musste ich dann feststellen dass die Bahn-Verbindung zwischen Bonn und Düsseldorf ziemlich zeitaufwändig ist, wenn man auf Regionalzüge angewiesen ist. Alles in allem brauchten wir rund dreieinhalb Stunden, um von der Rheinaue zu mir nach Hause zu gelangen!

Dafür klappte es mit Köln heute um so besser. Wir waren rechtzeitig dort, um die CSD-Parade von Anfang bis Ende sehen zu können. Und mir gelang das Kunststück, vom Kölner Hbf in etwas über einer halben Stunde per Bahn nach Hause zu gelangen! Mein Freund hatte da auf seiner Fahrt nach Betzdorf leider weniger Glück…

Nächstes Wochenende beginnt die Kirmes in Düsseldorf. Werde mich da aber etwas zurück halten müssen. Warum, erzähle ich später mal.

Gepostet von niko, abgelegt unter Freizeit, Verkehr. Datum: 6. Juli 2008, 23:12 | Kein Kommentar »

Fast schon in der Tradition meines alten Bahn-Blogs muss ich hier mal meine neueste Negativ-Erfahrung mit unserer Deutschen Bahn mitteilen.

Für alle, die es nicht mehr oder noch nicht wissen – ich besitze eine BahnCard 100 im Abo, da ich ein halbes Jahr lang bis vor ein paar Monaten täglich ca. 130 km zur Arbeit gependelt bin. Meine Anstrengungen vor Ablauf des ersten Jahres aus dem Abo raus zu kommen verliefen erfolglos, und so muss ich zähneknirschend noch bis September monatlich 320 Euro an einen maroden Konzern zahlen, ohne die Möglichkeit des bundesweiten Bahn-fahrens noch wirklich nutzen zu können. Seit dem Umzug bin ich täglich mit der S-Bahn zur Arbeit gefahren, was aber auch mit wesentlich kostengünstigeren Monatskarten der städtischen Verkehrsbetriebe zu realisieren wäre.
Doch ein Faktor stellte für mich eine Chance dar, zeitweise einen Gegenwert für die horrende Abo-Gebühr zu erhalten… Als ich letztes Jahr die BC100 beantragte war auf der Website der Bahn zu lesen, dass jeder Inhaber samstags eine Person kostenlos mitnehmen durfte. Diese Möglichkeit ließ ich mir seinerzeit vom Zugpersonal mündlich bestätigen und habe sie auch schon mindestens einmal genutzt. Für diesen Sommer nahm ich mir deshalb vor, die eine oder andere gemeinsame Tagestour mit dem Zug zu unternehmen. Für den letzten Samstag war eine Fahrt nach Berlin geplant. Die regulären Ticketkosten für 2 Personen hätten die Monatsgebühr bei weitem überstiegen, und somit hätte sich diese zumindest für den einen Monat wieder irgendwo gelohnt. Um eventuellen Stress durch überfüllte Wagen zu vermeiden, reservierte ich jeweils zwei Sitzplätze für die Hin- und Rückfahrt – Kostenpunkt 8 Euro.
Mit Proviant und reichlich Vorfreude im Gepäck stiegen wir morgens um kurz vor 7 in den ICE in Richtung Hauptstadt, sicherten uns die reservierten Plätze… und stiegen wenige Minuten danach schon wieder aus. Das Zugpersonal wollte von der Mitnahme-Regelung nichts wissen und hatte angeblich noch nie etwas davon gehört! Den Namen der blonden Zugbegleiterin, die einen ziemlich herablassendem Ton an den Tag legte, hatte ich mir notiert, kann den Zettel aber nicht mehr finden. Ich glaube mich erinnern zu können dass er J. Kluge lautete.

Vor der kurzen Fahrt zurück zum Ausgangspunkt der Reise beschäftigte ich einen weiteren Bahn-Mitarbeiter bestimmt eine halbe Stunde lang – noch vor der eigentlichen Öffnungszeit des Reisezentrums – mit dem Aufstöbern von offiziellen Unterlagen zu den BC100-Bedingungen. Es stellte sich heraus dass die Mitnahmeregelung in der Tat nicht in den Beförderungsbedingungen enthalten ist und offenbar auch nie war!
Es ärgert mich nicht nur dass solche “inoffiziellen” Regelungen von der Bahn willkürlich für gültig oder ungültig erklärt werden, sondern viel mehr dass später bewusst geleugnet wird sie hätten jemals existiert. Man wird als Kunde  – selbst als 320 Euro im Monat zahlender bahn.comfort-Kunde – in Gegenwart anderer Fahrgäste für dumm verkauft!

Für mich sind die Konsequenzen eindeutig. Seit ein paar Tagen besitze ich wieder ein Fahrrad und schaffe es damit in kürzerer Zeit zur Arbeit zu gelangen als mit der S-Bahn. Die BC100 ist ohnehin zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt. Zusätzlich werde ich allerdings auch meine bestehende BC25 kündigen und aus dem Pro Bahn e.V. wieder austreten. Danach werde ich nur noch öffentliche Verkehrsmittel von privaten Betreibern nutzen und so weit es möglich ist völlig auf Bahnfahrten verzichten (zumindest in Deutschland).
An mir hat der DB-Konzern in den letzten Jahren reichlich Geld verdient. Nun werde ich versuchen, es ihm auf andere Art wieder weg zu nehmen.

Gepostet von niko, abgelegt unter Verkehr. Datum: 2. Juli 2008, 0:36 | Kein Kommentar »